# 1 Wer bin ich eigentlich, wenn ich keine Mama bin? Meine eigene kleine Heldinnenreise

Ist dir eigentlich auch aufgefallen, dass wir im Laufe unseres Lebens immer mal wieder unterschiedliche Rollen einnehmen?
Und was diese mit uns machen?
Können Mamas eine eigene Heldenreise durchleben? Hierüber spreche ich, in meiner 1. Podcastfolge.

Transkript:

Jede Menge Hauptrollen in dem Film der „Leben“ heißt

Ist Dir das auch bereits schon aufgefallen? In unserem Leben nehmen wir immer wieder bestimmte Rollen ein. Meine erste Hauptrolle war/ist: Tochter. Aufgefangen im Becken meiner Familie. Als Kinder sind wir der Spiegel, die sogenannten Spiegelneuronen sorgen dafür, unserer Eltern aber auch von anderen Familienmitgliedern. Wir nehmen an ihren Verhaltensweisen und -mustern teil. Übernehmen Denkweisen und Glaubenssätze bewusst oder unbewusst. Gewollt oder auch auf erzwungen. Meiner Meinung nach geschieht hier unsere erste Prägung.
Dann wurde ich Partnerin und wurde Ehefrau. Der Mann (oder die Frau, je nach dem wie hier die Präferenz ist) kommt mit seinem Rucksack aus seinem Familienbecken in unser Leben. Spannend zu sehen ist, dass auch hier wieder die Spiegelneuronen ihrer Arbeit nachkommen. Diese sorgen dafür, dass wir unmittelbar Gleiches anziehen. Ich lernte wie es ist in einer Partnerschaft zu leben. Wusstest du, dass auch bereits wieder unsere Bindungspersonen ein Vorbild waren und auch bereits sind? Auch wenn du Dich noch so sehr dagegen wehrst unterbewusst werden immer wieder Dinge an die Oberfläche katapultiert. Oftmals legen wir wieder Verhaltensmuster an den Tag, von diesen wir selbst manchmal erschrocken sind, da diese eigentlich nichts mit uns zu tun haben. Meine 3. Hauptrolle ist Mama. Schon in meiner ersten Schwangerschaft 2015 als ich das erste Mal dieses kleine unfassbare Bläschen mit schlagenden Herzen auf dem Monitor des Ultraschallgerätes sah – war ich total verliebt. Ich wusste, dass dieses kleine Wesen, in der Größe einer Heidelbeere, für immer mir gehören wird. Mein Besitz? Wie sehr ich mich doch hier täuschte.

Nicht nur das Kind wird geboren sondern auch die Mama wird mit der Geburt des ersten Kindes geboren.

Sprichwort

Ich liebte es Mama zu sein. Ich fühlte mich in dieser neugewonnen Hauptrolle super wohl. Diese Verantwortung für ein kleines Wesen zu tragen, was mit seinem eigenen Spirit die Welt bereichern wird. Ich konzentrierte mich wahnsinnig auf meine Tochter.
Ja, durch die schwierige Geburt (hier geht es zum entsprechenden Blogartikel) schon fast wie ein Helikopter.
Ich las‘ wahnsinnig viele Bücher und nahm mit, was für mich bzw. uns als Eltern passt.
Ja ich widmete mich mit jeder Phase meines Seins meinem kleinen Mädchen. Die Elternzeit war unfassbar schön für mich, aber irgendwann ist diese auch vorbei.
Als ich ca. 1 – 2 Jahre wieder an der Arbeit zurück war, war ich völlig unglücklich.
Genervt, gestresst, gefrustet und kraftlos – Ja, das war ich.
Ich vermisste die Zeit die ich mit meiner Tochter zuhause hatte. Sie jede Minute beim Aufwachsen zu sehen. Das System, in dem ich lebte machte mich wütend.
Das klingt jetzt vielleicht überheblich. Wer bin ich, der sich es aussuchen kann, wie man zu leben hat. Millionen von Familien in Deutschland – ja, vielleicht auch Milliarden von Familien auf der Welt meisterten diese Herausforderung.
Zusätzlich belastete mich das Gefühl, dass mein Sommermädchen in der Kita – nicht gerade unglücklich – aber mit der Situation auch überfordert war.
Hallo Abwärtsspirale! Willkommen im Loop bis zum Lebensende.

Du hast jeden Tag die Möglichkeit neu zu wählen, auch wenn es Dir in diesem Moment noch nicht bewusst ist.

Aber nützt ein neuer Job, eine neue Wohnumgebung oder ein neuer Partner raus aus der Krise?
NEIN! Die Wurzel allen Übels liegt in mir. Fühlst Du dich gerade in einer Situation aus der Du nicht den Ausweg kennst? Versuche diese anders zu betrachten?
Wie wäre es, wenn Du die Schöpferin oder der Schöpfer deines Lebens bist?
Ich versteckte mich hinter meiner Mutterrolle. Mein neuer Titel ohne zu wissen, wer ich eigentlich überhaupt bin. War nur meine Tochter formbar und mein Leben nicht mehr?

Kleiner Exkurs: Kennst du den Zyklus der Heldenreise nach Joseph Campbell?

Nach diesem Zyklus lebt der aufstrebende Held gemütlich in seiner Komfortzone bis ihn der Ruf erreicht eine Abenteuerreise zu anzutreten.
Das Ego des Helden mag aber seine Komfortzone nicht zu verlassen und weigert sich! Da kommen Ängste und Zweifel die den Helden davon abhalten sollen. Unser zukünftiger Held ist aber dennoch neugierig und macht sich doch auf die Reise. Kurze Zeit später erreicht er die erste Schwelle um unbekanntes Terrain zu betreten.
Der Held geht immer weiter und immer weiter und muss sich schließlich der ersten Prüfung stellen. Nach dieser gerät er an Mentoren, die ihm helfen sich in dieser neuen Welt zurecht zu finden. Sie helfen ihm sich auf den nächsten Schritt vorzubereiten – Die höchste Prüfung.
Hat er diese bestanden hat erhält er das Elixier. Jenes einzigartige Attribut um es in seiner gewohnten Welt zu integrieren.
Wusstest du, dass die Indianer übrigens davon ausgehen, dass jeder –  wirklich JEDER- eine einzigartige „Medizin“ für die Welt bereit hat. Kein Indianer, der diese für sich noch nicht gefunden hat, kann nicht in seiner Mitte leben. Sie sind immer bestrebt nach dieser zu suchen,
Kommen wir von den Indianern zurück zu unserem Helden oder die Heldin. Der Held fühlt sich mittlerweile so wohl in der anderen Welt, dass er nicht unbedingt in seine gewohnte Welt zurückkehren möchte. Er weiß auch gar nicht, wie er das Elixier – das für ihn Heilbringende – in seiner alten Welt integrieren soll.
Der Held überlegte und machte sich dennoch auf seine Mission zu ende zu bringen. Er überquerte die Schwelle von der anderen Welt in die gewohnte Welt.
Endlich konnte er nicht nur sich selbst mit diesem Elixier heilen, sondern auch den Rest seiner Umgebung. Wunderschön, oder?

Habe ich vielleicht auch den Ruf gespürt?

Ich wurde unverhofft im Frühjahr 2019 mit Wintermädchen schwanger.
Durch meinen bestehenden Stress war die Schwangerschaft nicht so einfach für mich. (Meinen Blogartikel „Achtsamkeit in der Schwangerschaft“ findest Du hier.)
Nach einigen Wochen, in denen ich krank geschrieben war, wurde ich ins Beschäftigungsverbot geschickt.
Ich fühlte mich schrecklich. Ich war bekannt und erzogen als Arbeitstier. Häufig ging ich über meine eigenen Grenzen.
Ich nutzte meine Zeit zuhause um zur Ruhe zu kommen und beschäftigte mich – durch auftauchende Konflikte- mit den Themen Souveränität, die sanfte Selbstbehauptung und den inneren Kritiker.
Da ich eine echte Bookloverin bin, fand ich zu den Themen auch schnell die richtige Literatur. Aber die richtige Heilung brachte der Podcast von Laura Malina Seiler So begab ich mich auf meine eigene Heldinnenreise und bin noch längst nicht an meinem Ziel.
Das Bloggen und Podcasten sind für mich schon Meilensteine –  meine Passion – wenn ich nicht nur Mama, Tochter oder Ehefrau sein muss. Da kann ich ganz einfach ich sein. Vor etwa 6 Monaten konnte ich mir  dies noch nicht vorstellen und ohne die Menschen – meine ganz persönlichen Mentoren – mit denen ich mich vernetzt habe, auch nicht möglich gewesen wäre.  Ich bin so dankbar für jeden einzelnen Kontakt und freue mich auch auf zukünftige Kontakte.

Auf der Suche nach meinem Wort

Ich erinnere mich gerade an den Film und an das Buch „Eat, Pray, Love“. Liz die Hauptfigur dieser Geschichte durchlebt ebenfalls ihre eigene Heldinnenreise und ist auf der Suche nach ihrem Wort. Was mein Wort ist. Tja darauf bin ich noch gespannt.
Was ich bisher gelernt habe, dass das Leben, so bald du das möchtest aus vielen kleinen und großen Heldinnen und Heldengeschichten besteht.
Was ich eigentlich damit sagen möchte. Egal welche Rolle du aktuell hast. Sei achtsam genug zu dir selbst. Finde heraus was dir Freude macht und bei was du ganz Du sein kannst. Schaufel dir Zeit frei oder switche Zeit von einer Ablenkung zu den wirklich wichtigen Dingen im Leben. 

Abschließend möchte ich dich fragen:

Wer bist du, wenn du keine Rolle einnehmen musst? Bist du aktuell auf der Heldenreise?

Schreibe mir gern dazu.

0

Trailer

Herzlich Willkommen bei Achtsam in Familie Leben 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.