Endlich! – Das Baby-Blind-Date im Kreißsaal

Mein Geburtsbericht vom sanften Kaiserschnitt

Neugeborenes, Füßchen
Foto: BabySmile Fotografie

Ich melde mich kurz aus den Babyflitterwochen. Vor ca. 2 Wochen ist unser Blind Date im Kreißsaal passiert. Mein Mann und ich schweben immer noch auf Wolke 7 🙂 <3 Gern möchte ich mit euch meinen Geburtsbericht teilen. Aber jetzt erstmal auf Anfang 😉

Tag des Kaiserschnittes

5:30Uhr

Der Wecker klingelt. Meine Nacht war ziemlich kurz. Ich bin total nervös bzgl. des Eingriffes, aber ich freue mich auf unser neues Familienmitglied. So gespannt darauf, wer bei uns einziehen wird. Es gilt dennoch zuerst das Räubertöchterchen in die KITA zu bringen. Der Morgen soll für Sie so normal wie möglich ablaufen. Mein Töchterchen weiß es. Sie weiß, dass heute der Tag ist, an dem ihr Geschwisterkind geboren wird. Der Tag auf den wir sie schon seit Wochen vorbereitet hatten. Uns beiden ist es schwer ums Herz. Noch nie hatte Mama eine Nacht von ihr getrennt verbracht. In den letzten Wochen, in denen mein Bauch immer größer wurde, rückte der Papa immer mehr als primäre Bindungsperson in den Vordergrund. Clever eingerichtet von der Evolution.

7:00 Uhr

Wir machen uns auf in Richtung KITA. Ich stelle mich bereits auf einen tränenreichen Abschied ein. Doch mein Töchterchen überrascht mich. Sie geht mit Selbstvertrauen in die Gruppe, küsst Papa und mich zum Abschied. Wir wechseln dennoch 2-3 Sätze mit den Erziehern und schildern, dass heute ihr Geschwisterchen zur Welt kommt. Wenn sie Fragen hat, dass sie diese beantworten und ein wenig mehr auf sie eingehen können.

7:15 Uhr

Wir machen uns auf in Richtung Geburtsklink. Mein Puls steigt. Mich beruhigt, dass mein Mann bei mir ist.

7:45 Uhr

Ankunft in der Geburtsklink. Im Kopf bete ich meine Affirmation vor. Mein Herz sagt mir dass alles gut werden wird. Anders als bei der sekundären Sectio vom Sommermädchen. Ich melde mich in der „stationären Aufnahme“. Ich gehe einige Formulare durch. Leiste hier und da Unterschriften und laufe mit meiner Akte und dem Mutterpass unter dem Arm weiter in den Kreißsaal. Hier klingle ich, melde mich mit Namen und dem Satz: „Ich möchte mein Baby bekommen“ und passiere die Pforte.
Im Kreißsaal werde ich freundlich empfangen und in ein Zimmer gebracht. Ich ziehe das Geburtshemdchen an. Lege mich ins Bett und bekomme ein letztes Mal das CTG angelegt. In Gedanken bin ich schon mit meinem Baby verbunden. Visualisiere ein Gespräch mit ihm. Ich sage immer wieder, dass es jetzt bald los geht. Das es geboren wird. Wir bald kuscheln können und wir uns so freuen, dass wir uns endlich richtig kennenlernen dürfen. Mir wird eine Flexüle gelegt, Thrombosestrümpfe angezogen und wir begeben uns wieder ins Warten.
Danach folgt ein kurzes Arztgespräch. Ich lerne die Operateurin kennen. Die Oberärztin und ich kennen uns bereits von der Geburtsplanung.

10:08 Uhr

Mein Mann und ich werden abgeholt und in den OP gebracht. Kurz vor der OP-Tür müssen wir uns trennen. Für einen Augenblick fühle ich mich allein und ängstlich. Ich nehme wieder Verbindung mit meinem Baby auf.
Vor Aufregung schlägt mir das Herz bis zum Hals. Die OP-Tür öffnet sich. Die Frauen im OP sind wahnsinnig freundlich. Ich zittere vor Aufregung. Die Kinderkrankenschwester, eine sehr liebe ältere starke Frau, nimmt sich meiner primär an. Sie greift nach meiner Hand und beruhigt mich während alles für die Spinalanäthesie vorbereitet wird. Ich fühle mich wirklich sehr sicher. Die Zeit verstreicht. Ich fühle die Wirkung der Spinale. Ich werde auf den Rücken gelegt und das Tuch wird vor mir gespannt. Die Frauen freuen sich über die Tatsache, dass wir das Geschlecht nicht wissen und beschließen dass keiner etwas sagt und wir selbst schauen dürfen.
Endlich kommt mein Mann gehüllt in OP-Kleidung zurück. Ich freue mich so. Die Operation beginnt und wir schauen uns einfach an. Ich spüre keinen Schmerz nur hier und da einen Druck oder ein Rütteln. Nichts was ich persönlich jetzt total unangenehm bezeichnen würde. Die Spannung steigt an.

„Das Leben besteht nicht aus den Momenten in den wir atmen. Es sind die Momente die uns den Atmen rauben“

Verfasser unbekannt

10:42 Uhr

Ein Ruck. Und da war er. Der erste Schrei. Meinem Mann und mir schossen gleichzeitig die Tränen in die Augen. Das war Heilung. Die absolute Entschädigung für die Geburt vom Sommermädchen. Danach wird das Mäuschen über das Tuch gehalten. Unsere kleine Familie wächst um eine das Wintermädchen. Wir sind überglücklich. Der Kinderarzt nimmt sie mit in die Ibox, um einen kurzen Check zu machen. Mein Mann wird mit hinzu gerufen. Nach einigen Minuten kommen sie zurück. Die kleine Maus nackt in ein Handtuch gehüllt. Wir dürfen Wange an Wange kuschel, während ich genäht werde. Ich finde es wunderschön. Der OP um mich herum ist völlig vergessen. Ich konzentriere mich nur auf uns 3. Ich versuche die Momente komplett für immer in mich aufzusaugen wie ein Schwamm und abzuspeichern für die Ewigkeit. Nachdem ich fertig bin, komme ich zur Überwachung in ein Zimmer auf dem Kreißsaal. Hier dürfen die Maus und ich erstmal ganz in Ruhe „bonden“.

Ich bin so unglaublich dankbar darüber, dass ich den Kaiserschnitt diesmal für mich/für uns so erleben durfte. Ich hätte im Leben nicht gedacht, dass es in meinem Fall mal schwierig wird „normal“ zu gebären und ich eine „Kaiserschnittmama“ werde. Aber ich hab mich versöhnt mit der Bauchgeburt und kann besten Gewissens der Spontangeburt „lebe wohl“ sagen. Jede Frau sollte mitbestimmen in der Art und Weise zu gebären. Ich kann nur sagen, dass mich beide Geburten zu einer dennoch innigen Verbindung zu meinen Töchtern geführt haben. Ganz gleich wie sie auf die Welt gekommen sind. Ich möchte auch nicht den Anschein erwecken, dass ich es mir in meinen Entscheidungen einfach gemacht habe, denn die Genesung nach so einer Bauch-OP ist auch kein Spaziergang wenn man noch ein Neugeborenes zu versorgen hat.

Die Geburt eines Kindes ist die unübertreffbare Vollendung menschlicher Liebe.

Zitat „Dr. Grantly Dick-Read 1953“
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